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Donnerstag, 6. November 2014
GDL und die "Medien"
Da veröffentlichen BILD und Focus Telefonnummer und Hausansicht vom GDL Chef... ich bin echt fassungslos!
Es ist meine persönliche Meinung, dass ich den Streik richtig und wichtig finde und jeder darf und soll sich bitte eine eigene Meinung bilden. Aber persönliche Daten zu veröffentlichen, um einen unbequemen Menschen an den Pranger zu liefern, dass geht doch echt viel zu weit!
Und das schlimmste ist, dass es immer noch Individuen gibt, den den Schund lesen. Und ja, das war polemischer Sarkasmus. Ich wollte eigentlich Idioten schreiben, aber wir wollen ja so früh am Morgen nicht direkt beleidigend werden...
Darauf aufmerksam geworden bin ich über den Blogartikel von Schlecky Silberstein und der Frau Zwerg.
Es ist meine persönliche Meinung, dass ich den Streik richtig und wichtig finde und jeder darf und soll sich bitte eine eigene Meinung bilden. Aber persönliche Daten zu veröffentlichen, um einen unbequemen Menschen an den Pranger zu liefern, dass geht doch echt viel zu weit!
Und das schlimmste ist, dass es immer noch Individuen gibt, den den Schund lesen. Und ja, das war polemischer Sarkasmus. Ich wollte eigentlich Idioten schreiben, aber wir wollen ja so früh am Morgen nicht direkt beleidigend werden...
Darauf aufmerksam geworden bin ich über den Blogartikel von Schlecky Silberstein und der Frau Zwerg.
Samstag, 2. August 2014
Don't Cry for Me Argentina
Erinnert ihr euch noch an die Musicalverfilmung "Evita" mit Madonna?
An den Song "Don't Cry for Me Argentina"? Auch wenn der Text nicht zur aktuellen Situation des Landes passt, musste ich an ihn denken, als ich dachte, die Nachrichten veralbern mich mal wieder.
Da sagen die doch allen Ernstes und in einem sehr nachrichtenmäßigen Tonfall, dass zwei US Hedgefonds Argentinien in die Zahlungsunfähigkeit zwingen, weil sie darauf bestehen, 1,3 Milliarden Dollar sofort zu bekommen. Und die haben behauptet, dass ein US Richter allen Ernstes eine Frist zur Zahlung gesetzt hat und diesen Akt damit unterstützt.
Ha ha, wie lustig. Würde ja bedeuten, dass die Privatwirtschaft ein Land mit der Rückendeckung der Justiz eines anderen Landes erpresst. Und zwar mit dem Druckmittel des Bankrottes.
Und damit auch noch durchkommt, weil die Staaten dieser Erde, wenn sie sich irgendwo Geld leihen müssen (und wann müssen sie das denn nicht) abhängig von Ratingargenturen sind, die - Überraschung - gewinnorientiert und privatwirtschaftlich sind.
Ich stelle mir mal wieder die Frage, wann das alles schief gelaufen ist, wieso keine harte Sanktionen gegen die Hedgefonds gefordert werden und ob da der Gedanke hinter steht "Ist ja nur Argentinien, die sind doch eh nur zweite Klasse".
Ach... wenn ich ehrlich bin interessieren mich die Beweggründe nicht, denn sie können eh nur gierig und dumm sein. Und ich reg mich eh schon genug über so einen Mist auf und ja, es macht mich auch traurig, dass wir mit all unserem Wissen, unserer Technik und unseren Abhängigkeiten voneinander immer noch nicht in der Lage sind, vernünftig miteinander umzugehen. Selbst Kindergartenkinder wissen, dass es falsch ist, anderen solange das Essen zu klauen, bis sie verhungern.
Aber da geht es auch nicht um Geld.
An den Song "Don't Cry for Me Argentina"? Auch wenn der Text nicht zur aktuellen Situation des Landes passt, musste ich an ihn denken, als ich dachte, die Nachrichten veralbern mich mal wieder.
Da sagen die doch allen Ernstes und in einem sehr nachrichtenmäßigen Tonfall, dass zwei US Hedgefonds Argentinien in die Zahlungsunfähigkeit zwingen, weil sie darauf bestehen, 1,3 Milliarden Dollar sofort zu bekommen. Und die haben behauptet, dass ein US Richter allen Ernstes eine Frist zur Zahlung gesetzt hat und diesen Akt damit unterstützt.
Ha ha, wie lustig. Würde ja bedeuten, dass die Privatwirtschaft ein Land mit der Rückendeckung der Justiz eines anderen Landes erpresst. Und zwar mit dem Druckmittel des Bankrottes.
Und damit auch noch durchkommt, weil die Staaten dieser Erde, wenn sie sich irgendwo Geld leihen müssen (und wann müssen sie das denn nicht) abhängig von Ratingargenturen sind, die - Überraschung - gewinnorientiert und privatwirtschaftlich sind.
Ich stelle mir mal wieder die Frage, wann das alles schief gelaufen ist, wieso keine harte Sanktionen gegen die Hedgefonds gefordert werden und ob da der Gedanke hinter steht "Ist ja nur Argentinien, die sind doch eh nur zweite Klasse".
Ach... wenn ich ehrlich bin interessieren mich die Beweggründe nicht, denn sie können eh nur gierig und dumm sein. Und ich reg mich eh schon genug über so einen Mist auf und ja, es macht mich auch traurig, dass wir mit all unserem Wissen, unserer Technik und unseren Abhängigkeiten voneinander immer noch nicht in der Lage sind, vernünftig miteinander umzugehen. Selbst Kindergartenkinder wissen, dass es falsch ist, anderen solange das Essen zu klauen, bis sie verhungern.
Aber da geht es auch nicht um Geld.
Montag, 28. Juli 2014
Monday rant - Die Dummheit von Vorurteilen
Neulich hatte ich so ein Gespräch. Also so eins.
Eins von denen, die einen eher ratlos und ein wenig hilflos zurück lassen. Nicht, weil mein Gesprächspartner einer anderen Meinung war als ich, sondern weil im Laufe von wenigen Minuten die geballte Konditionierung einer total beknackten und echt bescheuerten Gesellschaft zugeschlagen hat.
Auslöser waren die Nachrichten und die Studie, die Paketdienste unter die Lupe genommen hat. Über eine Menge kann man sich generell schon aufregen, aber das Unverständnis über die schlimmen Arbeitsbedingungen bei den Krautern, die mit dubiosen Verträgen und Scheinselbstständigkeit die Mindestlöhne aushebeln, war nicht das Thema.
Also... Anfangs schon, aber nicht generell.
Denn dann kamen wir auf die Frage auf, wieso Menschen unter solchen Bedingungen arbeiten wollen. Wie sie das durchhalten und wie sie immer noch ein Lächeln auf den Lippen haben können, wenn sie ein Paket ausliefern.
Ich verstehe, dass niemand für 80 Cent vier Stockwerke hoch rennt und stattdessen nur eine Karte einwirft. Ich verstehe auch die Dankbarkeit, wenn Pakete für die Nachbarn mit angenommen werden und der Paketbote eine erfolgreiche Zustellung vermelden kann.
Und ja, ich verstehe, wenn er genervt ist, weil er vier Säcke Sand fürs Terrarium liefern soll.
Was ich nicht verstehe ist, wieso es Gegenden gibt, in denen niemals ein Fahrer eingesetzt wird, der zum Beispiel türkischer Herkunft ist.
Und damit kommen wir zum Grund des Gespräches und zur geballten Konditionierung einer total beknackten und echt bescheuerten Gesellschaft: Wieso leben wir immer noch in einer Gesellschaft, in der je nach Stadtgebiet (oder Stadt) nur ein gewisser ethnischer Hintergrund Voraussetzung für die Route sein kann? Und dann auch noch in einem so beschissen bezahlten Job, der so unfassbar miese Arbeitsbedingungen hat???
Wie kann es sein, dass Firmen in einigen Stadtteilen des Ruhrgebietes einfach keine deutschen Fahrer einsetzen können, weil die nicht den sprachlichen Background für die leider sehr fortgeschrittene und in beide Seiten funktionierende (!) Ghettoisierung haben. Und wieso werden wiederum in anderen Städten/Stadtteilen (meine Hood ist ein Beispiel) genau diese Fahrer nicht eingesetzt? Als wenn sie kein Recht hätten, Pakete in teuren Hütten abzuliefern und mal keine sechs Stockwerke zu laufen. Miese Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen und dann auch noch die schlimmsten Routen kriegen... durchgetauscht wird da nix.
Das macht mich auf vielen Ebene wütend und betroffen.
Ich wünsche mir, dass mein Paket von einem gerecht bezahlten, gut gelaunten Menschen geliefert wird.
Und es ist mir scheiß egal, wo der Mensch her kommt!
Ich frag mich ernsthaft, wie viele Generationen es noch dauern wird, bis die Fassade keine Rolle mehr spielt. Und wie viele Generationen wir uns so eine Dummheit noch leisten können.
Say a little prayer... no matter to which god.
Eins von denen, die einen eher ratlos und ein wenig hilflos zurück lassen. Nicht, weil mein Gesprächspartner einer anderen Meinung war als ich, sondern weil im Laufe von wenigen Minuten die geballte Konditionierung einer total beknackten und echt bescheuerten Gesellschaft zugeschlagen hat.
Auslöser waren die Nachrichten und die Studie, die Paketdienste unter die Lupe genommen hat. Über eine Menge kann man sich generell schon aufregen, aber das Unverständnis über die schlimmen Arbeitsbedingungen bei den Krautern, die mit dubiosen Verträgen und Scheinselbstständigkeit die Mindestlöhne aushebeln, war nicht das Thema.
Also... Anfangs schon, aber nicht generell.
Denn dann kamen wir auf die Frage auf, wieso Menschen unter solchen Bedingungen arbeiten wollen. Wie sie das durchhalten und wie sie immer noch ein Lächeln auf den Lippen haben können, wenn sie ein Paket ausliefern.
Ich verstehe, dass niemand für 80 Cent vier Stockwerke hoch rennt und stattdessen nur eine Karte einwirft. Ich verstehe auch die Dankbarkeit, wenn Pakete für die Nachbarn mit angenommen werden und der Paketbote eine erfolgreiche Zustellung vermelden kann.
Und ja, ich verstehe, wenn er genervt ist, weil er vier Säcke Sand fürs Terrarium liefern soll.
Was ich nicht verstehe ist, wieso es Gegenden gibt, in denen niemals ein Fahrer eingesetzt wird, der zum Beispiel türkischer Herkunft ist.
Und damit kommen wir zum Grund des Gespräches und zur geballten Konditionierung einer total beknackten und echt bescheuerten Gesellschaft: Wieso leben wir immer noch in einer Gesellschaft, in der je nach Stadtgebiet (oder Stadt) nur ein gewisser ethnischer Hintergrund Voraussetzung für die Route sein kann? Und dann auch noch in einem so beschissen bezahlten Job, der so unfassbar miese Arbeitsbedingungen hat???
Wie kann es sein, dass Firmen in einigen Stadtteilen des Ruhrgebietes einfach keine deutschen Fahrer einsetzen können, weil die nicht den sprachlichen Background für die leider sehr fortgeschrittene und in beide Seiten funktionierende (!) Ghettoisierung haben. Und wieso werden wiederum in anderen Städten/Stadtteilen (meine Hood ist ein Beispiel) genau diese Fahrer nicht eingesetzt? Als wenn sie kein Recht hätten, Pakete in teuren Hütten abzuliefern und mal keine sechs Stockwerke zu laufen. Miese Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen und dann auch noch die schlimmsten Routen kriegen... durchgetauscht wird da nix.
Das macht mich auf vielen Ebene wütend und betroffen.
Ich wünsche mir, dass mein Paket von einem gerecht bezahlten, gut gelaunten Menschen geliefert wird.
Und es ist mir scheiß egal, wo der Mensch her kommt!
Ich frag mich ernsthaft, wie viele Generationen es noch dauern wird, bis die Fassade keine Rolle mehr spielt. Und wie viele Generationen wir uns so eine Dummheit noch leisten können.
Say a little prayer... no matter to which god.
Montag, 31. März 2014
Mittwoch, 26. Februar 2014
Dienstag, 18. Februar 2014
Montag, 28. Oktober 2013
Sonntag, 20. Oktober 2013
Mediale Beeinflussung
Wir alle lästern ja wirklich gerne über "Hartz IV"-TV. Gemeint sind damit Sendungen, deren Inhalt meisten wenig bis gar keine Denkleistung erfordert. Medialer Konsum in (viraler) Reinkultur eben.
Mich schockt es auf familiärer Ebene schon zutiefst, wenn sich jemand mit mir über eine dieser "Reality Dokus" oder "Gerichtsshows" (was ist eigentlich aus den guten alten Talkshows geworden?) unterhalten will. Aber richtig verstört bin ich, wenn ich dann mitleidig angeschaut werde, weil ich den Käse nicht ansehe und auch kein Bedürfnis habe, kurz in die Glamourwelt von [hier bitte beliebe Sendung einsetzen] eingeführt zu werden.
Ich frag dann aus Prinzip nach einer aktuellen Schlagzeile aus den Nachrichten und ernte nur große Augen.
Das sind die Momente, ich denen ich mir meinen Ruf als "Sheldon" verdiene.
Häufig denke ich dann, manchmal auch durchaus laut, dass es den armen Menschen, die ihr Gehirn freiwillig an der Fernbedienung abgeben, bestimmt besser gehen muss, da sie nichts von der Welt mitbekommen. Die Belehrung folgt natürlich sofort auf den Fuß. Immerhin schauen diese Leute auch Galileo (wissen aber nicht, nach wem das Format benannt wurde) und die Nachrichten von RTL, RTL2 und ProSieben. Deswegen wissen sie auch immer, welcher Star mit wem, wer eine Platte raus bringt und welchen Film sie sehen müssen.
Das ist nicht mehr nur medialer Konsum in Reinkultur, dass ist perfektes Marketing. Alles aus einer Hand: Bildung, Unterhaltung und Nachrichten.
Ich fühl mich dann schon ein bisschen, nun, nennen wir es ruhig beim Namen: besser, wenn ich daran denke, dass ich diesen Schund nicht in mein Hirn lasse und Nachrichten aus vielen Quellen beziehe.
Aber, meine Damen und Herren, bitte treten Sie einen Schritt zurück!
Denn der Aufprall auf den Boden der Tatsachen wird unter Umständen ihr Gemüt erschüttern!
Ich gehe davon aus, dass drei bis vier journalistische Formate, die nicht aus einem Verlagshaus stammen, unabhängig voneinander über ein Thema berichten. Eigentlich ist das aber dummes Wunschdenken.
Ich weiß nämlich gar nicht, ob die Journalisten zB nur auf die Pressemitteilung der DPA zurückgreifen und nicht weiter recherchieren und ich weiß vor allem nicht, wie die Verlage miteinander verbandelt sind und welcher Tenor für die Berichterstattung vom Verlag ausgegeben wurde.
Wirtschaftskonstrukte sind so kompliziert miteinander verwoben...
Wer gehört jetzt zum Springer Verlag und wer nicht?
Welche Zeitung gehört Rupert Murdoch und welche nicht?
Wer schreibt von wem ab?
Wer hat welche Order von welchem Verlag bekommen?
Welcher Politiker muss gerade gepusht werden?
Welcher Politiker wird für unsere Kanzlerin gefährlich?
Welcher Blogger wird von wem finanziert?
So entsteht ein buntes, aber nur mit den Schattierungen einer Farbe gemaltes Bild, dass den Menschen die Illusion von differenzierten Nachrichten und damit von verschiedenen Quellen vermitteln soll.
Diese Gleichschaltung vieler/aller Medien sollte der Albtraum eines Jeden sein! Denn es ist uns nicht mehr möglich, zu recherchieren, zu schauen, wer bei wem abschreibt und was wirklich passiert ist.
Ihr glaubt nicht, dass sowas möglich ist?
Dieses YT Video (Danke an Farlion :) ) zeigt wirklich eindrucksvoll, was auf der kleinsten Ebene der Nachrichten möglich ist, der Ebene, auf der die Vielfalt der Sender noch groß ist. Wie soll es dann erst bei den großen Zeitungen und Magazinen sein?
Also, Kaffee holen, zurücklehnen und dieses Video als Mahnmal anschauen:
Mittwoch, 25. September 2013
Eine zynische Rundreise zur angetasteten Würde
tl;dr: Das System ist Scheiße und ich brauch mehr Kaffee!!!
Kaddy hat gestern Abend in ihrem Blog einen wirklich ausführlichen Beitrag über ihre Erfahrungen mit der Agentur für Arbeit veröffentlicht, der mich sehr beschäftigt.
Parallel dazu, hab ich gestern ein Gespräch mit jemandem gehabt, der schon ganze zwanzig (!) Onlinebewerbungen abgeschickt hat, und noch auf keine einzige eine Antwort zurückbekam.
Schockierend.
Jetzt muss man dazu sagen, dass dieser Mensch sein Leben lang Arbeit hatte und noch eine Generation erleben durfte, die aktiv Jobangebote bekommen hat. Sowas kenne ich nur aus den Erzählungen meiner Eltern. Trotzdem finde ich es wirklich schwierig, wenn jemand nach zwanzig Emails schon aufgibt und sich für hoffnungslos hält.
Genauso schwierig finde ich es aber, wenn Menschen gar nicht erst den Arsch hochbekommen. Es mag eine Menge Gründe geben, wieso jemand nach zig Bewerbungen noch keine Stelle bekommen hat. Und es mag auch diverse Gründe geben, wieso jemand nicht beim Mc Donalds hinter der Theke arbeiten möchte, aber ich verstehe nicht, wieso es Menschen gibt, die darauf warten, dass ihnen der Ar... Popo hinterher getragen wird.
Und dann les ich, dass jemandem wie Kaddy, die so einen Mist echt nicht verdient hat, so eine Scheiße passiert und sie im Endeffekt dafür bestraft wird, dass sie aktiv weiß, was sie will, obwohl sie wegen Krankheit ihren alten Job nicht mehr machen kann. Und die sich eben nicht zurücklehnt und auf ALGII wartend denkt "Och, Scheiß drauf!". Niemand sucht es sich aus, krank zu werden und niemand sucht es sich aus, seinen Job wegen Krankheit nicht mehr machen zu können. Und es sucht sich auch niemand den doch schon menschenunwürdigen Weg zurück in die Welt der Arbeit aus, den man mit der Agentur für Arbeit gehen muss.
Abgesehen von der verletzten Würde (wann wurde die eigentlich antastbar???) und den Kosten für ein System, dass den Todeskampf schon lange hinter sich hat, sehe ich noch ein anderes Problem:
Wir haben jetzt ohnehin schon ein großes und totgeschwiegenes Problem mit Altersarmut. Wie soll dass denn in den nächsten Jahrzehnten werden? Wie soll dass werden, wenn die Generationen, die sich selber um ihre Rente kümmern müssten in den Ruhestand gehen? Viele Menschen die ich kenne können sich trotz Vollzeitjob nicht um die Rente kümmern, weil sie mit einer 40 Stundenwoche einen Hungerlohn verdienen. Und dann gibt es halt die Menschen, die den Arsch nicht hoch bekommen, vom ALGII leben und denken, dass das alles ist und der Staat sich schon kümmern wird.
Ich muss es nochmal wiederholen: Es gibt eine Menge Gründe, wieso Menschen keinen Job haben und sich die Demütigung von ALGII und der Agentur für Arbeit antun müssen oder bewusst darauf verzichten und jeden Tag noch härter um ihre Existenz kämpfen. Auf diese Menschen zielt das hier nicht ab. Eigentlich zielt es auf niemanden ab, ich will nur meine Gedanken nieder schreiben, bevor sie gleich im Kaffee ertränkt werden.
Kaddy hat gestern Abend in ihrem Blog einen wirklich ausführlichen Beitrag über ihre Erfahrungen mit der Agentur für Arbeit veröffentlicht, der mich sehr beschäftigt.
Parallel dazu, hab ich gestern ein Gespräch mit jemandem gehabt, der schon ganze zwanzig (!) Onlinebewerbungen abgeschickt hat, und noch auf keine einzige eine Antwort zurückbekam.
Schockierend.
Jetzt muss man dazu sagen, dass dieser Mensch sein Leben lang Arbeit hatte und noch eine Generation erleben durfte, die aktiv Jobangebote bekommen hat. Sowas kenne ich nur aus den Erzählungen meiner Eltern. Trotzdem finde ich es wirklich schwierig, wenn jemand nach zwanzig Emails schon aufgibt und sich für hoffnungslos hält.
Genauso schwierig finde ich es aber, wenn Menschen gar nicht erst den Arsch hochbekommen. Es mag eine Menge Gründe geben, wieso jemand nach zig Bewerbungen noch keine Stelle bekommen hat. Und es mag auch diverse Gründe geben, wieso jemand nicht beim Mc Donalds hinter der Theke arbeiten möchte, aber ich verstehe nicht, wieso es Menschen gibt, die darauf warten, dass ihnen der Ar... Popo hinterher getragen wird.
Und dann les ich, dass jemandem wie Kaddy, die so einen Mist echt nicht verdient hat, so eine Scheiße passiert und sie im Endeffekt dafür bestraft wird, dass sie aktiv weiß, was sie will, obwohl sie wegen Krankheit ihren alten Job nicht mehr machen kann. Und die sich eben nicht zurücklehnt und auf ALGII wartend denkt "Och, Scheiß drauf!". Niemand sucht es sich aus, krank zu werden und niemand sucht es sich aus, seinen Job wegen Krankheit nicht mehr machen zu können. Und es sucht sich auch niemand den doch schon menschenunwürdigen Weg zurück in die Welt der Arbeit aus, den man mit der Agentur für Arbeit gehen muss.
Abgesehen von der verletzten Würde (wann wurde die eigentlich antastbar???) und den Kosten für ein System, dass den Todeskampf schon lange hinter sich hat, sehe ich noch ein anderes Problem:
Wir haben jetzt ohnehin schon ein großes und totgeschwiegenes Problem mit Altersarmut. Wie soll dass denn in den nächsten Jahrzehnten werden? Wie soll dass werden, wenn die Generationen, die sich selber um ihre Rente kümmern müssten in den Ruhestand gehen? Viele Menschen die ich kenne können sich trotz Vollzeitjob nicht um die Rente kümmern, weil sie mit einer 40 Stundenwoche einen Hungerlohn verdienen. Und dann gibt es halt die Menschen, die den Arsch nicht hoch bekommen, vom ALGII leben und denken, dass das alles ist und der Staat sich schon kümmern wird.
Ich muss es nochmal wiederholen: Es gibt eine Menge Gründe, wieso Menschen keinen Job haben und sich die Demütigung von ALGII und der Agentur für Arbeit antun müssen oder bewusst darauf verzichten und jeden Tag noch härter um ihre Existenz kämpfen. Auf diese Menschen zielt das hier nicht ab. Eigentlich zielt es auf niemanden ab, ich will nur meine Gedanken nieder schreiben, bevor sie gleich im Kaffee ertränkt werden.
Dienstag, 24. September 2013
Dienstag, 16. April 2013
Montag, 26. November 2012
Protest gegen Gesetz zur Herausgabe von E-Mail-Passwörtern
Folgende Thematik betrifft und alle (mal wieder), denn der Bundesrat beschließt Ende der Woche über einen neuen Vorstoß in Sachen Vorratsdatenspeicherung.
Gerade zu diesem Thema kann es nicht genug Proteste geben... und der folgende Artikel von Golem.de beschreibt die Problematik dahinter sehr gut:
Ute Elisabeth Gabelmann vom Arbeitskreis erklärte:
"Der Gesetzesentwurf macht es unkontrollierbar, wann Anbieter Zugriffscodes wie Mailbox-PINs oder E-Mail-Passwörter an staatliche Behörden herausgeben dürfen. Bürger werden auch nachträglich nicht über Abfragen informiert. Eine elektronische Schnittstelle für Behörden zur Datenabfrage ohne Genehmigung eines Richters soll eingerichtet werden - das öffnet dem Missbrauch Tür und Tor."
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