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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Redewendung genau genommen - Heute: Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Eines meiner allerliebsten Lieblingssprichwörter (Achtung: Sarkasmus-Schild) ist folgender schadenfroher Ausspruch:
"Wer zuletzt lacht, lacht am besten!"
Wer bitte hat sich so einen Käse ausgedacht? Ja ja ja, ich weiß, dass der Spruch sich ursprünglich auf jemanden beziehen sollte, der vorher schadenfroh war und dann selber den Schaden hat.
Aber wenn ich diesen Spruch wörtlich nehme und darüber nachdenke, komme ich nur zu einem Schluss:
Wer zuletzt lacht, hat verdammt lange gebraucht, um den Witz zu verstehen.
Das ist keine Schadenfreude, dass ist ein Armutszeugnis. Entweder über die Dummheit eines anderen, oder über die eigene Überheblichkeit, mit der man einen vielleicht weniger begabten Menschen auslacht. Und ich denke mal, das leider letzteres wesentlich häufiger zutreffen wird.
Und bevor wir uns falsch verstehen: Ja, ich kann auch furchtbar schadenfroh und gemein sein. Das liegt in meiner Natur, denn ich spreche fließend Sarkasmus mit ironischem Akzent. Jeder der mich näher kennt, kennt auch meine "scharfe Zunge" (noch so ein Spruch...) Aber ich bin nicht wahllos schadenfroh und kann nicht über echten Schaden bei anderen lachen.
Beispiel: Vor Jahren hat mich eine Uschi abschleppen lassen, weil ich sie zugeparkt hatte. Hatte ich nicht, konnte ich im Nachgang auch beweisen, aber den Ärger hatte ich trotzdem. Am nächsten Tag ist ihr ein fetter Ast auf ihren nagelneuen Q8 gedonnert. Klar wäre Schadenfreude einfach, aber ich denke trotzdem, dass ihr armes Auto nichts für ihre Tat konnte.

Ihr versteht was ich meine?


Bildquelle

Samstag, 14. September 2013

Redewendung genau genommen - Heute: Das biblische Ausmaß

Gerade fiel mal wieder in einem Weltuntergangsszenario folgender Satz:
"Das wäre eine Katastrophe biblischen Ausmaßes."
Und schon ploppen Fragezeichen über meinem Kopf auf...
Ja, mir ist natürlich klar, was dieser Aphorismus ausdrücken möchte: Dass die Katastrophen aus der Bibel wie ein Kindergeburtstag im Vergleich zu <hier bitte eine beliebige Zerstörung unserer Zivilisation einsetzen> aussehen werden.
Mein krudes und von der salzigen Meerluft berauschtes Gehirn fragt sich aber, ob jemand die Ironie hinter dieser häufig genutzten Redewendung sieht.
Ich bin kein Historiker und zu einer Zeit zur Schule gegangen, als der Geschichtsunterricht aus griechischer und römischer Antike, Sozialisation im Mittelalter, der Industrialisierung und dem Dritten Reich bestand.  
Aber ich meine mich düster zu erinnern, dass im Namen des Christentums und der Verbreitung und Erzwingung der Einhaltung des göttlichen Wortes über Jahrhunderte Leid, Tod, Verwüstung und massive Veränderungen bis hin zur Vernichtung von Zivilisationen über die Menschen gebracht wurden.
Kreuzzüge, Hexenverfolgung, Inquisition... die Kirche wusste schon immer wie man feiert...
Also, wenn ich es mal genau nehme, dann haben wir die Katastrophe biblischen Ausmaßes bereits mehrfach erlebt, oder?
Immerhin hat es Millionen Tote im Namen der Kirche und der heiligen Schrift gegeben...
Just my two cents... und nach folgendem Disclaimer belass ich es auch dabei:

So, und bevor es jetzt zu Empörung und Buh-Rufen kommt oder jemand über seine verletzten religiösen Gefühle weint:
Mir ist völlig bewusst, dass es eine polemische und auch teilweise sehr einseitige Sichtweise ist.
Mir geht es darum, über die Redewendungen nachzudenken, die sich immer wieder in unseren Alltag schleichen und einfach mal ein anderes Schlaglicht auf die Dinge zu werfen.